Baufinanzierungen begleiten den Häuslbauer oft die
Hälfte seines
Arbeitslebens und sind allein aufgrund der Höhe der
Beträge, die zu
finanzieren sind, eine kostspielige Angelegenheit. Nicht selten zahlen
Bauherren an die Banken etwa zwei Drittel des Kaufpreises an Zinsen und
Gebühren. Wer hier Kosten einsparen möchte, sollte
sich mit der
Thematik Umschuldung frühzeitig beschäftigen,
besonders dann, wenn die
Baufinanzierung zu Zeiten abgeschlossen wurde, als sich die Zinsen auf
hohem Niveau befanden und inzwischen deutlich niedriger sind.
Während
der laufenden Baufinanzierung gibt es drei Möglichkeiten
umzuschulden.
Das Forward-Darlehen
Das Forward-Darlehen eignet sich immer dann, wenn die Zinsbindung des
laufenden Darlehens in absehbarer Zeit ausläuft und nicht das
Risiko
eingegangen werden soll, dass zu diesem Zeitpunkt gerade eine
Hochzinsphase ist. Mit einem Forward-Darlehen kann sich der Bauherr in
Zeiten niedriger Zinsen für bis zu fünf Jahre im
Voraus die niedrigen
Zinsen sichern. Nach Beendigung des bestehenden Darlehens kann dann das
zinsgünstige Forward-Darlehen für die
Weiterfinanzierung genutzt
werden. Der Darlehensbetrag des Forward-Darlehens muss dabei dem
Restbetrag des Darlehens aus der ersten Finanzierungsrunde entsprechen.
Die Sicherung des günstigen Zinssatzes lässt sich die
Bank mit einem
Zinsaufschlag vergüten.
Umschuldung
während der Zinsbindung
Ein schwieriges Unterfangen, das sich nur in den seltensten
Fällen
rechnet, es sei denn die Zinsbindung des bestehenden Darlehens geht
über 15 oder mehr Jahre und die ersten zehn sind bereits um,
weil
meistens nach dieser Zeit mit einer Sechsmonatsfrist gekündigt
werden
kann. Aber selbst wenn die Bank dann bereit ist, den Vertrag vorzeitig
zu beenden, muss eine Vorfälligkeitsentschädigung an
die Bank gezahlt
werden. Damit wird der entstehende Zinsverlust ausgeglichen. Die
Höhe
der Vorfälligkeitsentschädigung macht es für
den Kreditnehmer in der
Regel völlig unrentabel eine Umschuldung vorzunehmen, weil
selbst
günstigere Zinsen im neuen Vertrag von den Kosten für
die
Vorfälligkeitsentschädigung aufgefressen werden.
Die Umschuldung zum Ende
der Zinsbindung
Endet bei einem bestehenden Darlehen die Zinsbindung, kann ohne
Probleme die Bank gewechselt werden. Für jeden Darlehensnehmer
ist es
empfehlenswert sich bereits einige Monate vorher Angebote anderer
Banken einzuholen. In vielen Fällen lässt sich die
bisherige Bank auf
bessere Konditionen ein, wenn der Darlehensnehmer ankündigt,
die Bank
zu wechseln, weil er bessere Angebote hat.
Grundsätzlich lassen sich durch die Umschuldung zum richtigen
Zeitpunkt
Kosten für das Darlehen einsparen. Jeder Darlehensnehmer
sollte allein
aus diesem Grund während einer laufenden Baufinanzierung den
Markt
beobachten und die Zinsentwicklung verfolgen. In Niedrigzinsphasen ist
das Forward-Darlehen zu favorisieren, weil selbst ein geringer
Zinsaufschlag zu Kosteneinsparungen bei den Zinsen im vierstelligen
Bereich führen kann.
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